Pilgerreisen

Pilgerreisen – Am Weg zum Ich!

Pilgerreisen

Menschen sind ständig am Weg. Der Weg wird als das Ur-Symbol des Lebens betrachtet. Nicht weniger symbolisch ist, dass die Wege in Zeiten wie diesen oft uneben sind. Das ist wohl einer der Hauptgründe warum sich immer mehr Reisende im Urlaub auf Sinnfindung begeben. Auf den Weg zum Ich. Kaum wo kann man sich selbst so nahe sein wie in der Natur. Genau darum boomen Pilgerreisen.

Während man früher noch nach Mariazell gepilgert ist, weil man eine Wette verloren hat oder sich für ein kleineres oder größeres Wunder bedanken wollte, sind heute Pilger kreuz und quer durch Österreich unterwegs, und zwar nicht nur heimische. Pilgern ist keine Glaubensfrage mehr, Pilgern ist ein Trend und hat sich deshalb zu einem beachtlichen Tourismuszweig entwickelt.

17 Pilgerwege und einige spirituelle Wege und Besinnungswege sind auf der Website www.pilgerwege.at genauer beschrieben. Möglichkeiten zur Einkehr und zur Selbstfindung gibt es also im rot-weiß-roten Tourismusparadies genügend. Luxus und allzu viel Komfort wird einem auf diesen Strecken aber nicht begegnen, weil der Verzicht Teil des Programms ist.

Pilgerreisen

Annehmlichkeiten werden auf ein Minimum reduziert und das beginnt bereits beim Gepäck. Die Rucksäcke, die wir so durchs Leben schleppen, sind für gewöhnlich ohnehin viel zu schwer bepackt. Jener für eine Pilgerreise sollte deshalb so wenig als möglich belasten. Dadurch können die Reisenden auch die Erfahrung machen, wie wenig man im Alltag tatsächlich braucht. Vor allem dann, wenn man sich primär in der Natur bewegt. Keinesfalls sollte man aber ein kleines Notizbuch oder –heft und einen Stift vergessen, damit die wichtigsten Gedanken und schönsten Eindrücke festgehalten werden können. Geschichten hat die Natur mit Sicherheit viele zu erzählen.

Die Natur ist zweifelsohne die Essenz des Pilgerns. Das Wahrnehmen der Natur mit allen Sinnen und die Besinnung gehören zusammen. So wie alles eins ist. In allem Lebendigen wohnt das Göttliche. Auch in uns. Ob es sich mit diesem Bewusstsein leichter marschiert, das bleibt herauszufinden. Fest steht, dass beim Pilgern aber nicht nur der Weg das Ziel ist sondern auch das Ziel selbst. Etwas zu erreichen, das nicht leicht zu erreichen ist, alle Hürde zu nehmen und etwas zu einem Ende zu bringen – das ist für die wenigsten Menschen eine leichte Übung. Deshalb ist das Erreichen des Ziels auch so beglückend und befriedigend. Bevor Pilger ihr Ziel aber erreichen, werden sie vielen anderen Menschen begegnen und dabei gilt vor allem: am Du wird der Mensch zum Ich!