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Burgenländisches Auswanderermuseum

Von Mai bis Oktober haben Familien Gelegenheit, dem Auswanderer- und Josef-Reichl-Museum Güssing einen Besuch abzustatten.
Das Auswanderer Museum dokumentiert die Amerikawanderung der Burgenländer zu Beginn dieses Jahrhundert. Güssing ist auch die Stadt der Auslandsburgenländer. Von hier emigrierten mehr als 9000 Burgenländer nach Amerika.

Zwei Museen unter einem Dach sind im Auswanderer- und Josef-Reichl-Museum Güssing beherbergt. Familien erfahren einiges über die Amerikawanderung der Burgenländer zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das zweite Museum widmet sich dem Mundartdichter Josef Reichl.
Untergebracht sind die Museen im Gebäude der alten Hofmühle in Güssing. Das Auswanderer-Museum dokumentiert anschaulich die Amerikawanderung, emigrierten von hier doch mehr als 9.000 Burgenländer nach Amerika.
Im Josef-Reichl-Museum finden Eltern und Kinder die Werke des Güssinger Mundartdichters, in denen er das Schicksal der Grenzlandbewohner beschrieben hat. Seine Liebe zur Heimat, zum Hianznland, ließ viele Gedichte und Geschichten entstehen. Sozusagen verlinkt sind die beiden Museen durch das Theaterstück „Landflucht", das die Lebensumstände in den Dörfern zeigt, die viele Menschen dazu veranlasste, in Amerika eine neue Heimat zu suchen.

Auszüge aus der Geschichte der Auswanderung
1845: Mit dem Zimmermann Grabenhofer aus Unterschützen wandert der vermutlich erste Burgenländer nach Amerika aus.
1865: Erster Nachweis einer lokalisierbaren Ansiedlung von Burgenländern: Die Familien Schleicher aus Steinberg und Höfer aus Bubendorf lassen sich in Kansas City nieder.
um 1875: Die kontinuierliche Amerikawanderung der Burgenländer setzt in großem Ausmaß ein. Zunächst aus dem Seewinkel, dann in Abständen von etwa fünf Jahren aus dem mittleren und schließlich aus dem südlichen Burgenland.
nach 1880: Die ersten Burgenländer, aus der Gegend um Bernstein kommend, lassen sich in Chicago nieder. Etwa gleichzeitig beginnt die Auswanderung aus dem Raabtal und dem unteren Lafnitztal in Richtung Pennsylvania.
1884: Mit Josef Urschik aus Rauchwart beginnt die Amerikawanderung aus dem Bezirk Güssing, der dann zum bedeutendsten Auswandererbezirk des Burgenlandes werden wird.
um 1890: Ende der Siedlungswanderung (Old Immigration), die sich hauptsächlich nach dem mittleren Westen gerichtet hat, und Einsetzen der Industriewanderung (New Immigration) mit den Zielgebieten Chicago, Pennsylvania und schließlich New York. Beginn der Massenauswanderung
1900: Johann Wenzel aus Grodnau bringt den ersten Auswanderertransport mit der "Kaiser Wilhelm" nach Amerika. Diese 45 Männer leiten die massive Einwanderung nach Chicago ein.
1914: Der Erste Weltkrieg unterbricht jäh die erste Phase burgenländischer Amerikawanderung,, die sogenannte "Vorkriegswanderung". Während dieser Zeit sind rund 33.000 Menschen aus unserem Raum ausgewandert, von denen fast ein Fünftel wieder zurückgekehrt ist. Ausschließliches Zielgebiet sind die Vereinigten Staaten.
1919: Erstmals übertrifft die Rückwanderung die Auswanderung bedeutend. Die durch den Weltkrieg getrennten Familien werden zusammengeführt. Die 1900 bis 1914 weithin übliche saisonale Auswanderung (im Sinn der heutigen Gastarbeiterwanderung aus Südeuropa) wird nach 1920 nun von der bevorzugten Dauerauswanderung abgelöst.
1923: Höhepunkt der burgenländischen Amerikawanderung. 6683 Burgenländer wandern nach Amerika aus, das sind 72 Prozent der gesamtösterreichischen Überseewanderung.
1931-1933: Starker Rückgang der Auswanderung, bedingt durch die Weltwirtschaftskrise.
1938: Nach der dazwischenliegenden kurzen Auswanderungsperiode nimmt nach dem Anschluss an Deutschland die Rückwanderung wieder sichtlich zu.
1945: Beginn der unzähligen Hilfssendungen für die zerstörte und ausgeplünderte alte Heimat.
1954: Höhepunkt der burgenländischen Nachkriegswanderung. Beginn des intensiven Besucherreiseverkehrs in Richtung Europa.
1955: Österreich wird frei.
1956: Gründung der "Burgenländischen Gemeinschaft".
1961: Erstes Auslandsburgenländertreffen ("Picnic") in Güssing.
1974: "Burgenland-Wochen" in Nordamerika. Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Soronics an der Spitze einer Regierungsdelegation bei den Landsleuten in Nordamerika. Stegersbach und Northampton schließen die erste Städtepartnerschaft zwischen einer burgenländischen und einer amerikanischen Stadt. Erster Jugendaustausch zwischen Burgenland und Amerika.
1975: Jahr der "Auslandsburgenländer"
1984: "Eisenstädter Erklärung": Die drei Auslandsösterreicher-Organisationen (Weltbund der Österreicher im Ausland, Auslandsösterreicherwerk und Burgenländische Gemeinschaft) verpflichten sich in Eisenstadt, in allen die Auslandsösterreicher betreffenden Fragen gemeinsam vorzugehen.
1986: Das Büro der Burgenländischen Gemeinschaft wird von Mogersdorf nach Güssing verlegt.
1992: Landesausstellung "...nach Amerika" in Güssing.

Öffnungszeiten:
1. Mai - 31. Oktober
Samstag, Sonntag, Feiertag
von 14.00 - 18.00 Uhr und gegen Voranmeldung

Kontaktdaten

Burgenländisches Auswanderermuseum
Stremtalstraße 2
7540 Güssing

Telefon: 03322/42598