City Break Berlin

Mythos Berlin

Text: Silvie Bergant

„Völker der Welt – schaut auf Berlin, wo eine Mauer fiel, ein Kontinent sich vereinigte und der Lauf der Geschichte bewies, dass keine Herausforderung zu groß ist für eine Welt, die zusammensteht.“ – Barack Obama

Berlin fasziniert, Berlin berauscht, Berlin begeistert. Kaum eine Stadt hat eine so bewegende Geschichte durchlebt und kaum eine Stadt hat sich so schnell verändert. Fast 25 Jahre nach dem Mauerfall übt die deutsche Hauptstadt heute eine ganz eigene Anziehungskraft aus. Sie präsentiert sich als moderner, offener und kreativer melting pot. Berlin ist Weltmetropole, Tor zum Osten, aufregend, überraschend und undeutsch. Geprägt vom Bauboom nach der Wiedervereinigung ist Berlin im klassischen Sinne betrachtet zwar nicht die schönste Stadt in Deutschland, dafür ist sie Nährboden für die Digital Bohème, Hipsters, Kreative, Künstler und Berufsjugendliche. Die Stadt zieht nicht nur laufend neue Bewohner an, jährlich kommen auch bis zu elf Millionen Touristen hierher. Es ist die Vielfalt Berlins, die einen Besuch so attraktiv macht. Von kulturellen Einrichtungen wie Museen und Opern bis zu zeitgenössischer Architektur, von Erholung im Grünen bis zu durchfeierten Nächten in einem der vielen Clubs, von Shopping in Trendläden bis zu Bummelnachmittagen in den Szenebezirken Mitte, Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Friedrichshain.

Holy.Shit.Shopping und Silvesterparty

Wer meint, dass Berlin nur zur milden Jahreszeit einen Besuch wert ist, irrt. Gerade in den kommenden Wochen bietet Berlin seinen Besuchern zahlreiche Attraktionen. Weihnachtsshopping wird durch kreative Geschenkideen leicht gemacht. So präsentiert zum Beispiel der Holy.Shit.Shopping Designmarkt circa 200 junge Designer, Künstler und Kreative, die Mode, Schmuck, Kunst, Fotografie oder Comic feilbieten. Berliner DJ’s mixen ihre Beats dazu, deshalb gilt das Holy.Shit.Shopping am Ostbahnhof als Club unter den Berliner Weihnachtsmärkten.

Wer kennt sie nicht, die Bilder von der Berliner Silvesterparty vor dem Brandenburger Tor? Ein Spektakel, das jährlich knapp eine Million Menschen mitfeiert und das nach Auskunft von visitBerlin die größte Silvester-Open-Air-Party der Welt ist.

Fliegende Luftballone als Symbol der friedlichen Revolution

Für das kommende Jahr hat sich Berlin einiges vorgenommen, denn 2014 ist ein historisches Gedenkjahr. Am 9. November 2014 jährt sich zum 25. Mal der Fall der Berliner Mauer. In Gedenken daran sind viele Veranstaltungen geplant. Höhepunkt wird das Wochenende um den 9. November. Entlang des ehemaligen Mauerverlaufs wird eine große Licht-Installation als „Symbol der Hoffnung für eine Welt ohne Mauern“ inszeniert. Der Berliner Lichtkünstler Christoph Bauder lässt aus tausenden illuminierten und mit Helium gefüllten Luftballons eine Lichtgrenze entlang des ehemaligen Mauerstreifens entstehen, die zwölf Kilometer durch die Innenstadt führt. Am Abend des 9. November werden die Ballons dann fliegen gelassen und erinnern so an die friedliche Revolution im Jahr 1989.

Bildergalerie

Neuer Glanz im Westen

Berlin erinnert sich im kommenden Jahr aber nicht nur an den Kalten Krieg, den Schrecken der geteilten Stadt und an den Mauerfall. Die Stadt entdeckt seinen Westen neu, denn die City West ist wieder in aller Munde. Neben modernen Hotellandschaften und einer kreativen Galerieszene, sind es vor allem die Beständigkeit, die lieblichen Schaufenster, die Buch- und Antiquitätenläden und die gemütlichen Cafés, die die Berliner nach jahrelangem „Berlin-Mitte“-Hype wieder in den Westen ziehen. Die Mommsenstraße, der Ku’damm oder der Savignyplatz erleben eine Renaissance.

Trends werden in Berlin schnell erkannt und so wird nun zum Beispiel das Bikinihaus, ein flacher Gebäuderiegel zwischen Zoo und Gedächtniskirche, neu belebt. In den letzten zwanzig Jahren verfiel das Bauwerk zusehends. Ein Investor modernisiert derzeit den denkmalgeschützten Gebäudekomplex, ohne dessen Charakter zu verfremden. Geplant sind Restaurants und Geschäfte, wobei ein Teil der Fläche für Berliner Designer und junge Labels reserviert ist.

Reportage vom 14.11.2013