Burgruine Aggstein

Burgruine Aggstein - Aggsbach Dorf, Niederösterreich

Die Burgruine Aggstein ist eine historisch interessantesten Anlagen ihrer Art und ein beliebtes Ziel zahlreicher Besucher aus dem In und Ausland. Die Geschichte der Burg geht bis ins 12. Jahrhundert zurück, als der Hochfreie Maneghold III. die ersten Steine zu ihrer Errichtung legte.

Bereits 1181 wurde die Burg von den mächtigen Hohenfreien Kuenringern von Aggsbach-Gansbach übernommen. Der Sage nach trieben diese berüchtigten Raubritter ihr Unwesen, weshalb die Burg des Öfteren belagert und angegriffen wurde. Jedoch entsprechen derartige Erzählungen nur zum Teil der Wahrheit.

Friedrich III. und danach Albrecht I. eroberten die Burg und fügten ihr so viel Schaden zu, dass sie als verfallen galt. Im Jahre 1429 vertraute Albrecht V. seinem Kammermeister Jörg Scheck von Wald die Ruine mit dem Auftrag an, sie wieder aufzubauen. Was heute noch von der Burg Aggstein zu sehen ist, kann größtenteils auf diesen Wiederaufbau zurückgeführt werden.

Ausnahmen bilden einige Fundamentreste wie das „Bürgl“ und auf dem an der Ostseite der Burg gelegenen „Stein“. Zur Zeit des Scheck von Wal wurde auch das „Rosengärtlein“ errichtet. Theorien darüber, wie die Burg nach dem Wiederaufbau ausgesehen haben soll, gibt es einige. Die wahrscheinlich berühmtesten stammen von dem Architekten Eduard Reitmayer (1844 – 1931). Seine Rekonstruktionszeichnungen sind heute in den Schaukästen gegenüber des Burgladens ausgestellt. Obwohl die Zeichnungen in vieler Hinsicht als eher phantasievoll beschrieben werden können, erweisen sie sich als sehr nützlich, wenn man sich ein Bild von der damaligen Festung machen will. Scheck von Wald verfiel jedoch dem Raubrittertum. Sein Mautrecht an der Donau wurde bald zum Vorwand, um alle Frachtschiffe, die Donau abwärts fuhren, auszuplündern. Wegen seiner Grausamkeit wurde er nunmehr „Schreckenwald“ genannt und im Jahre 1463 besiegt und von der Burg vertrieben.

Die Zeiten der Raubritter auf der Burg Aggstein waren jedoch noch nicht zu Ende. Auch die beiden Nachfolger des „Schreckenwald“, Georg von Stain und Ulrich Freiherr von Grafenegg, beuteten die Donauschiffe aus und wurden in Schande der Burg verwiesen. Ab 1477 wurde Aggstein nur noch von Pflegern besetzt, um weitere Plünderungen zu verhindern. 1529, also hundert Jahre nach dem Beginn des Wiederaufbaues, wurde die Burg ein zweites mal zerstört – diesmal von türkischen Besetzern. Um weitere Angriffe zu überstehen, wurde die Festung zum Teil wieder her gestellt und Anfang des 17. Jahrhunderts ein wieder renoviert.

Anna Freiin von Polheim und Parz hatte die Burg 1606 erworben und die Mittelburg im Stile der Renaissance umgebaut. Dies war die letzte große Erneuerung Aggsteins. Nach dem Tod der Freiin wurde die Burg arg vernachlässigt, bis sie 1819 von Graf Beroldingen erworben wurde.

1930 übernahm Graf Oswald Seilern-Aspang die Ruine und vollendete die nötigen Renovierungen. In den siebziger Jahren wurde durch die heutige Besitzerin, die Schlossgut Schönbühel Aggstein AG, erstmals Strom auf der Burgruine eingeleitet. Der ortsübliche Wassermangel wurde mit Hilfe der bekannten Wünschelrutengängerin Frau von Knobloch dahingehend gelöst, dass auf halber Höhe der Zufahrtsstraße einzelne Wasseradern in einem Becken gesammelt werden, von welchem das Wasser auf die Burg gepumpt wird.

Im Jahr 2001 trat die Burgruine Aggstein den Topausflugszielen bei und hat seitdem eine umfassende Revitalisierung erfahren, die im Jahr 2004 weitgehend abgeschlossen wurde. Nicht nur die Begehung der Burg wurde durch neue Stiegen und eine neue Besucherführung erleichtert, sondern es wurde auch ein Rittersaal für Veranstaltungen eingerichtet. Das Schmuckstück der Renovierungsarbeiten ist die Burgkapelle, in der der Boden nach alten Mustern neu verlegt, die Wände verputzt und der Altar in seiner ursprünglichen Form wieder hergestellt wurde. Nach vielen Jahren der Stille können dort nun wieder Gottesdienst abgehalten werden.

Zahlreiche Hochzeiten und Firmenevents sowie Geburtstagsfeiern sind seither auf der Burg gefeiert worden. Dem Besucher steht auch eine selbst steuerbare Hörführung zur Verfügung. Gruppen ab 20 Personen können eine klassische Führung buchen. Im Burgkeller erwartet die Gäste eine Ausstellung der Märchenschlossstraße – in 16 Stationen wird mit zauberhaften Holzfiguren die Nibelungensage erzählt. Seit Juli 2006 kann man sich in einem weiteren Kellerraum über die Bauphasen der Burg informieren und ein Burgmodell der Burg um 1300 bestaunen, das aufgrund eines einmaligen EU-Kulturprojekts und durch das Engagement von Dr. Zeune und seinem Team zustande kam.

Nach der interessanten Besichtigung der Burg bietet die Burgtaverne Köstlichkeiten der bodenständigen Küche. Die lukullischen Genüsse werden auch heute noch in der alten Burgküche gezaubert.

Die Burgruine Aggstein gehört heute zu einem der bekanntesten und beliebtesten Ausflugszielen Niederösterreichs. Besondere Highlights sind das jährliche Mittelalsterfest und ein weihnachtlicher Kunsthandwerksmarkt. Die einzigartige Atmosphäre und der sagenhafte Ausblick auf die Donau locken jedes Jahr rund 70.000 Besucher aus aller Welt auf die ehemalige Raubritterburg. Für die Zukunft gibt es bereits konkrete Überlegungen, weitere Neuerungen zu schaffen, um dieses einzigartige Kulturerbe noch attraktiver zu gestalten.

Seit fast 900 Jahren thront die Feste Aggstein, von allen modernen Einflüssen unbeeindruckt, über dem Donautal. Gestürmt und belagert wird sie heute nur noch von staunenden Touristen.

Eintrittspreise

Kinder unter 6 Jahre: frei
Kinder (6-16 Jahre): € 4,60
Erwachsene: € 6,70
Gruppen ab 20 Personen: € 5,70  pro Person
Familienkarte: € 16,5 2 Erwachsene und 1 Kind
alle weiteren Kinder: € 2


Saisonkarte: € 20 Erwachsene, € 15 Kinder von 6 - 16 Jahren
Achtung: Alle Freunde der Burgruine Aggstein und der Wachau aufgepasst: Die Saisonkarteermöglicht Ihnen uneingeschränkten Besuch der Burg so oft Sie wollen. Auch bei den verschiedenen Veranstaltungen haben Sie mit der Saisonkarte freien Eintritt ins Burgvergnügen. 

Öffnungszeiten 2017

25. März – Mai:            täglich 09:00 Uhr- 18:00 Uhr
Juni – August:             täglich 09:00 Uhr - 19:00 Uhr
September - Oktober:  täglich 09:00 Uhr - 18:00 Uhr

Die Burg ist im November von Montag bis Donnerstag geschlossen!

3./4./5. & 10./11./12. & 17./18./19. November:
Kunsthandwerks - Christkindlmarkt

Winterruhe: Ab dem 20. November 2017!

An alle stolzen Hundebesitzer - Ihre Lieblinge sind bei uns gern gesehene Gäste!

Reportage vom 15.05.2017

Bildergalerie

Kontakt

Burgruine Aggstein

3642 Aggsbach Dorf

http://www.ruineaggstein.at

Telefon: +43 2753 8228 1

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