Der Arlberg - Ein Wintermärchen wird Wahrheit

Ein Wintermärchen wird Wahrheit

Text: Manuela Hahofer

Der Arlberg – welcher Skifahrer gerät nicht ins Schwärmen, wenn er von diesem Skigebiet erzählt? Ein Berg lässt die Herzen der Wintersportler höher schlagen. Doch nur wenige wissen, dass sich hier die Wiege des Skifahrens befindet.

Ohne Skilifte auf den Berg

Skilifte? Nein, so etwas gab es damals nicht. Hobbysportler und Rennläufer mussten zu Fuß auf den Berg stapfen. Wenn man endlich oben stand, war man schon ziemlich ausgepowert – doch dann ging es endlich die Piste hinab. Piste? Naja, es gab ja noch keine Pistenraupen, die den Schnee präparieren, also musste man sich seinen Weg durch den Schnee selbst
„pflügen“.

Eine zweite, oder gar dritte Abfahrt ließ die Kondition und die Zeit meist nicht zu. Trotzdem wurden immer mehr Menschen mit dem Skifahrvirus angesteckt und so gab es 1906 den ersten Skikurs in Zürs. Zunächst wurde er nur von Einheimischen besucht, doch nach und nach kamen auch internationale Gäste und der Arlberg mutierte vom abgelegenen Bergbauern-Dorf zu einem globalen Wintersportort.

Trotzdem war es noch recht beschwerlich für die ersten Kursteilnehmer, denn der erste Schlepplift wurde erst 1936 in Zürs und 1939 in Lech gebaut. Machen wir einen Zeitsprung ins Jahr 2013:

Der Skiclub Arlberg ist mittlerweile der größte Ski-Club Europas und umfasst die Orte Lech, Zürs, Stuben, St. Christoph und St. Anton.

Kunst erobert den Arlberg

Schauen wir, was aus dem Hospiz-Hotel, in dem alles begann, geworden ist:
Es hat sich zu einem 5-Sterne-Hotel gemausert, in dem man sich nach einem langen Skitag erholen kann.

Wer hier absteigt, hat bereits den Garant, dass ein sorgenfreier Aufenthalt gebucht wurde. In den luxuriösen Suiten träumt man in herrlichen Himmelbetten mit Baldachin. Seit 1997 führt Florian Werner das Haus. Neben den allgemeinen Aufgaben eines Hoteliers hat er sich einen Traum erfüllt: Das Hotel wird teilweise zur Galerie in eigens dafür geschaffenen Räumlichkeiten. Auch in den Gängen, im Spa oder am Pool kann man Kunstwerke bestaunen. Neben eindrucksvollen eigenen Kreationen gibt Werner in seinem Atelier Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke zu gestalten. Gerne kann der Gast dabei auch zusehen und so mit den Künstlern in Kontakt treten. Kunst wird hier zu etwas Greifbarem, sie wird in den Hotelalltag integriert.

Woher kommt die Milch?

Wer noch ein wenig weiter hinauf möchte auf den Berg, der hat in Oberlech die Möglichkeit dazu. Im Winter lässt man dafür sein Auto in Lech stehen, weiter geht es nämlich mit der Gondel. Diese bringt einen bis fast vor die Haustüre der Hotels am Berg. Wir haben für unseren Aufenthalt das Hotel Goldener Berg gewählt. Für Skifahrer ein Traum: Gleich vor dem Haus beginnt die Piste. Das Motto könnte lauten: Raus aus den Federn, rein in den Tiefschnee.

Im Sommer ist das Hotel Goldener Berg ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Hier weiden Kühe und blühende Sommerwiesen laden zum Picknick ein. Was auffällt: Der Gast genießt das Service eines 4-Sterne-Superior Hotels und hat gleichzeitig die gemütliche, fast familiäre Atmosphäre eines Familienbetriebes. Das ist nicht zuletzt der sympathischen Hotelinhaberin Daniela Pfefferkorn zu verdanken. Im Winter nimmt sie ihre Gäste auch auf einen Ausflug in die wunderbare Arlbergwelt mit. Highlight für jeden Skifahrer ist eine Tiefschneefahrt mit der ehemaligen Rennläuferin. Im Sommer geht es dann „auf die Alm“ mit den Gästen. Dabei sind Daniela Pfefferkorn die jüngsten Gäste ein besonders Anliegen: „Kein Kind verlässt das Hotel ohne zu wissen woher die Milch kommt“. Ihr Bestreben ist es, den Kleinen und auch den Großen die Schönheiten der Natur näher zu bringen.

Landschaft in Watte gehüllt

Doch auch wenn hier die Wiege des Skifahrens stand, es gibt auch viele andere Möglichkeiten seine Freizeit zu gestalten.
Wer zum Beispiel nach Stille und Besinnlichkeit sucht, dabei aber auch die Landschaft erkunden möchte, der sollte sich Schneeschuhe anschnallen. Auf leisen Sohlen stampfen die Wanderer durch das kristallene Weiß und lassen sich von dem beschneiten Märchenwald verzaubern. In der atemberaubenden Kulisse des Arlbergs vergisst man rasch alle Alltagssorgen, wenn man diese nicht bereits im Tal zurückgelassen hat.
Zu langweilig? Mehr Action ist gefragt? Auch das ist hier kein Problem: Wer in noch höhere Sphären strebt, der kann sich auf einen Gleitschirmflug begeben.

Für Anfänger ist ein Tandemflug angesagt. Ein erfahrener Profi-Pilot begleitet die Abenteuerlustigen. So ein Flug ist besonders im Winter sehr reizvoll: Die Landschaft wirkt von oben wie in Watte gehüllt, das unbeschreibliche Gefühl der Schwerelosigkeit ist ein absolutes Highlight.

Bildergalerie

Geheimnisse im Weinkeller

Aber nochmals zurück zum Skilauf: Es ist eine immerwährende Sehnsucht des Skiläufers, die ersten, jungfräulichen Spuren im Schnee zu ziehen. Seufzend werden die Tiefschneepisten vom Lift aus bestaunt. Doch als Ortsunkundiger sollte man sich nicht einfach alleine ins freie Gelände wagen. Gemeinsam mit einem Skiguide kann man erstaunliche 220 Kilometer Freeride-Pisten erobern. So einen Skitag wird man nicht mehr vergessen und er wird bei unzähligen Abenden in Almhütten zum Thema werden. Apropos Almhütte: Was tut sich hier eigentlich beim Apres-Ski?

Es gibt natürlich die üblichen Hotspots, wo man bei dröhnender Musik seine Schnäpse kippen kann. Wenn man es gediegener mag, dann reserviert man sich einen Tisch im Restaurant Hospiz Alm. Das elegant-rustikale Hauben-Restaurant verwöhnt seine Gäste auf 1.880 Metern Seehöhe mit den feinsten einheimischen Schmankerln. Nach einem langen Skitag stehen diese einem auch zu. Etwas ganz Besonderes ist der exquisite Weinkeller, in dem edele Weine und Champagner in beeindruckenden Großflaschen ruhen. Und wie geht es jetzt stilecht zurück ins Hotel?

Mit einem Pferdeschlitten! Eingehüllt in eine kuschelig warme Decke, über einem der sternenklare Himmel, die Stille wird nur vom Stampfen der Pferde durchbrochen, die glasklare, kalte Winterluft strömt durch die Nase und irgendwie glaubt man tatsächlich, dass man in einer Märchenwelt gelandet ist.

Reportage vom 14.11.2013

Kontakt

Tourismusverband St. Anton am Arlberg

6580 St. Anton am Arlberg

http://www.stantonamarlberg.com/

Telefon: +43 5446 22690